Die Zehn Gebote Gottes
nach P. Martin Ramm FSSP
Die zwei Tafeln
Die zehn Worte teilen sich auf zwei steinerne Tafeln: die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten.
- Liebe zu Gott — I. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben · II. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren (bald) · III. Du sollst den Sonntag heiligen (bald)
- Liebe zum Nächsten — IV. Vater und Mutter ehren · V. Nicht töten · VI. Nicht Unkeuschheit treiben · VII. Nicht stehlen · VIII. Kein falsches Zeugnis geben · IX. Nicht Unkeusches begehren · X. Nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut (alle bald)
Ursprung
Die Zehn Gebote (Dekalog, von deca-logos = zehn Worte) haben Gott selbst zum Urheber. Er hat sie dem Moses am Sinai gegeben (Ex 19–20) und auf zwei steinerne Tafeln geschrieben:
Der Herr redete zu euch mitten aus dem Feuer heraus. … Er verkündete euch seinen Bund, welchen er euch zu halten gebot, die zehn Worte; und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.Dt 4, 12 f.
Jesus Christus hat die Gebote bestätigt:
Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu erfüllen.Mt 5, 17
Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote!Mt 19, 17
Warum hat Gott die 10 Gebote gegeben?
Gott schuf den Menschen auf das Gute hin, und der Mensch wird unglücklich, wenn er die Gesetze, die um seines Glückes willen aufgestellt sind, nicht hält.Fulton Sheen, Zur Liebe gehören Drei
Eigentlich sollte das Gewissen genügen, um die göttliche Ordnung zu erkennen. Aber seit dem Sündenfall ist die Erkenntniskraft des Menschen getrübt. Was durch den Sündenfall verdunkelt war, wird durch die Gesetzgebung auf dem Sinai erhellt. Die 10 Gebote nehmen uns nicht die Freiheit, sondern garantieren sie — sie sind Wegweiser zum zeitlichen und ewigen Glück.
Obwohl die Gebote des Dekalogs schon der Vernunft einsichtig sind, wurden sie geoffenbart. Um zu einer vollständigen und sicheren Erkenntnis der Forderungen des natürlichen Gesetzes zu gelangen, bedurfte die sündige Menschheit dieser Offenbarung.KKK 2071
Befreiung aus der Knechtschaft
Am Sinai erinnert Gott an die Befreiung aus der Knechtschaft: Die Knechtschaft des Pharao ist ein Bild für die Knechtschaft der Sünde. Entweder wir beherrschen unsere Leidenschaften oder die Leidenschaften beherrschen uns. Durch die 10 Gebote führt Gott den Menschen heraus aus dieser Knechtschaft.
O hättest du doch meine Gebote beachtet, so wäre dein Glück wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres.Is 48, 18
Wo die Zehn Gebote Gottes nicht mehr gehalten werden, da werden hunderttausend Staatsgesetze keine Rechtsordnung aufrichten.Kardinal Faulhaber
Biblischer Text
„Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, dem Hause der Knechtschaft, geführt hat.
- Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Schnitzbild machen … Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und sollst sie nicht verehren; denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.
- Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen.
- Gedenke des Sabbattages, um ihn heilig zu halten.
- Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt!
- Du sollst nicht töten!
- Du sollst nicht ehebrechen!
- Du sollst nicht stehlen!
- Du sollst gegen deinen Nächsten kein falsches Zeugnis abgeben!
- Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren!
- Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten und auch nicht seinen Knecht, seine Magd, sein Rind, seinen Esel und nichts von dem, was deinem Nächsten gehört!"
Ex 20, 1–17
Das erste Gebot
In drei Schritten — von der Einführung über die göttlichen Tugenden bis zu Gelübde & Sünden:
- Einführung — Anerkennung Gottes und die Tugend der Religion: glauben, hoffen, lieben.
- Göttliche Tugenden — Glaube, Hoffnung und Liebe: Gegenstand, Wirkungen und Verstöße.
- Gelübde & Sünden — Das Gelübde und die Sünden gegen das erste Gebot.
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